EDELTRAUT PRÜSS

Biographie


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Foto: Detlev Drenker

1946 in Gensungen geboren
Lebt seit 1989 in Düsseldorf
1978 künstlerische Ausbildung bei Prof. J. Blum, Eschwege / Fulda
Seminare an der Kunstakademie Düsseldorf
Seminare bei H. Aldenhoff, Kalkar

Einzelausstellungen (Auswahl):
1986 Galerie der Kreis- und Stadtsparkasse Eschwege
1987 Pender Island, Kanada
1989 Hermann – Ehlers – Akademie, Hannover
1990 Studio Dora Hornung , Vancouver
2008 Tennisclub 1904 Blau-Schwarz e.V.
2013 Atelier an der Itter, Hilden
2017 Galerie amschatzhaus, Neuss

Ausstellungsbeteiligungen:
1978 Landerneau / Bretagne
1981 Landgrafenschloß Eschwege
1987 Kunstwoche Kleinsassen / Rhön
1988 Kunstwoche Kleinsassen / Rhön
1989 Atelier Peter Royen jun. / Düsseldorf
1999 P.H. Gallery, Düsseldorf
2005 Ballhaus, Nordpark Düsseldorf
2009 Münstertherme Düsseldorf


Ausstellungen Galerie amschatzhaus


Werke





Ausstellung 2017: wegwandern – Malerei, Fotografie und Skulpturen
Die in Gensungen geborene Künstlerin Edeltraut Prüß, ansässig in Düsseldorf seit 1989, findet ihre Motive häufig in der Natur. Schon in jungen Jahren bannte sie die Vielfalt von Landschaften auf ihre erste Kamera. Insbesondere auf ihren späteren Reisen durch ganz Europa fing sie detailreiche Motive ein, die später in Malerei umgesetzt wurden. Entstanden sind neben Landschaften, etwa Gebirgsformationen, auch Stadtansichten und Promenaden durch Traumwelten, die überwiegend in Öl auf Leinwand gearbeitet sind. In der aktuellen Ausstellung der Galerie amschatzhaus gibt Edeltraut Prüß einen Einblick in ihre besondere Sichtweise der Welt. Gezeigt wird eine Auswahl aus ihrem Gesamtwerk, Fotografien von Flusslandschaften, Portraits und urbane Räume sowie Skulpturen.
Surrealistisch anmutend durchqueren beispielsweise Hirsche mit ihrem Rudel einen lichten finnischen Birkenwald. Der hohe Schnee steht den Tieren buchstäblich bis zum Hals und dennoch ziehen sie kraftvoll und in aller Ruhe ihres Weges. Ein Sinnbild für den Titel der Ausstellung, denn „wegwandern“ bedeutet bei Prüß auch das immer wieder neue Verarbeiten von Lebensphasen, gewissermaßen das stetige Ansteigen des menschlichen Weges bis hin zum Altern und der damit verbundenen Endlichkeit. „Es gibt so Vieles, was mich interessiert, was ich gerne künstlerisch bearbeiten möchte. Mich fasziniert die Vielfalt der Perspektiven, die wir Menschen einnehmen können, wie wir dabei aussehen, was uns umtreibt und ich versuche die Stille des Lebens, die Ruhe und die Wege des Wanderns ebenso einzufangen, wie seine Rasanz, die Freude und auch die Gefühlswelten, denen alle Menschen ausgesetzt sind.“ Kontrastreich und flächig setzt Edeltraut Prüß die Abbildungen von Traumwelten, die mit der realen Lebensabbildung ineinanderfließen, in kräftigen Farbtönen auf Leinwand um.
Die Künstlerin, die Gruppen- und Einzelausstellungen in Deutschland, Frankreich und Kanada vorzuweisen hat, stellt in der Galerie amschatzhaus zudem ein weiteres Themenfeld vor. Die Welt der Bücher, deren Inhalte zu Skulpturen werden. So faltet Prüß alle Seiten alter Buchfundstücke akribisch und fächerartig zu halbrunden Objekten. Dem Talkstein, ursprünglich ein Werkstoff für kultische Gegenstände, der auch als wärmespeichernder Baustoff für Öfen erprobt ist, entlockt sie offene und geschlossene Buchplastiken, die dem Betrachter die Möglichkeit zur Beantwortung eigener Fragen anbietet. Andere Steinskulpturen stellen Fragen: Ist der Kopf mit verbundenen Augen eine Traumsequenz, ein Spiel mit der Wirklichkeit oder ist er ein Sinnbild des verletzten Menschen, der zwar blind, aber dennoch ein „Sehender“ ist? Ist die Spirale des Lebens beängstigend oder der Weg in die Freiheit?
Es ist eine Einladung zu dem Versuch, das Leben einzufangen, die Edeltraut Prüß unermüdlich und facettenreich ausspricht, ganz nach ihrem eigenen künstlerischen Lebensmotto „Niemals stehen bleiben, sondern wegwandern“, ein Aufruf, dem man zur Eröffnung der Ausstellung am 25. November 2017 um 16.30 Uhr nachkommen kann.