RAINER ARING

Biographie


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1945 geboren in Bremen
1961-1964 Klischeeätzerlehre in Essen
1964-1970 Studium freie Grafik, Folkwangschule Essen, Meisterschülern
1971-1972 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, Klasse Joseph Beuys
1974-1978 Soziologiestudium, Universität Köln
1993-1998 Mitglied der Künstlergruppe „Rheinische Fundamentalisten“

Lebt in Engelskirchen

Einzelausstellungen
2010 
Galerie amschatzhaus, Neuss
2004 Galerie Staarke, Hasselt, Belgien
1987 Galerie Wanda Reiff, Maastricht
1986 Galerie „Die Wand“, Bonn
1985 Artforum Hannover
1984 Artline Gallery, Den Haag Marianne Deson Gallery, Chicago
1983 Galerie Seitz, Berlin

Gruppenausstellungen
2008 e-werk, Freiburg
2007 „Blaumachen“, Kunstwerk Köln
2005 „Asoziale Plastik“ im Kunstwerk Köln
2002 Galerie Rachel Haferkamp, Köln
1999 Nerven‚ Kunstforum Barthonia, Köln (Rheinische Fundamentalisten) Galerie arting, Köln
1998 Kunstverein Villa Weiner, Ochtrup (Rheinische Fundamentalisten)
1997 „Der Einzelhändler und sein Eigentum“. Installationen & Aktionen zur Documenta X, Kassel (Rheinische Fundamentalisten) Ultimate Akademie, Köln
1996 Mobiles Büro für Erdangelegenheiten, Leipzig
1995 Kunstverein Villa Weiner, Ochtrup (Rheinische Fundamentalisten)
1992 Artforum Hannover
1990 Der Kongress, Köln
1989/88 Maerz-Ausstellungen, Köln
1987 BBK, Köln
1986 Wachsfabrik Köln
1985 Köln Kunst
1984 Kunsthaus Essen



Ausstellungen Galerie amschatzhaus


Werke






Ausstellung 2016: Vom Sattel aus – Erftskizzen und Aquarelle
„Die Elemente der Natur klären den Suchenden über sich selbst auf.“ (Novalis)

Zum dritten Mal stellt der Kölner Künstler, Rainer Aring, Beuys-Schüler, Zeichner von subtilem Humor und pointierten Witz, in der Galerie amschatzhaus aus. Dieses Mal hat er etwas ganz Besonderes unternommen: In der Tradition bedeutender rheinischer Landschaftsmaler wie Max Clarenbach und Joseph Kohlschein hat er exklusiv für amschatzhaus eine Sammlung von Erft-Ansichten konzipiert, Aquarelle und Skizzen. Das Ungewöhnliche dieser Arbeiten ist, und daher auch der Titel, dass Aring seine Einsichten und Ansichten auf Radtouren an der Erft entlang gewonnen hat. Denn neben seiner künstlerischen Arbeit ist Aring seit Langem ein passionierter Radsportler, der hier beide Interessen zusammen gebracht hat.
Von den 103 Kilometern der Erft waren dabei hauptsächlich die letzten 50 Kilometer für ihn von Interesse, die Untererft also, jener Teil, der vornehmlich den Rheinkreis durchfließt. Hier erst wird sie – nach Arings Empfinden – als Fluss kenntlich, etwa ab Kerpen. Hier erst nennt sie sich in Abgrenzung zur parallel fließenden „Kleinen Erft“, die „Große Erft“. Zunächst als träger, lehmiger Wald- und Wiesenfluss dümpelt die Erft meist gemütlich durch die Niederrheinische Bucht, durch Braunkohlenland, Kappes- und Rübenland, Mühlenland. Dazu aber ist es mit den Skulpturenwanderwegen von Anatol oder Rückriehm sowie dem Museum Insel Hombroich auch eine Kultur- und Kunstlandschaft, die mit weiten Auenblicken aufwartet, einem natürlichen grünen „Meer“, das den Künstler Aring faszinierte und inspirierte.
Viele europäische Flüsse hat Aring bislang aus rein sportlichen Gründen mit dem Rennrad abgefahren. Nun hat er, mit Kamera und Skizzenblock bewaffnet, die heimische Erft aufgesucht, um zu ermitteln, ob künstlerische Wahrnehmungsmuster und Radsport sich verbinden lassen. Eine Frage war etwa, ob die vorbeihuschende Landschaft ihre typischen Formationen, Kontraste, Linien und Farben hergeben würden bzw. aus seiner „Radperspektive“ überhaupt visuell umsetzbar sein könnten. Auch ging die Probe dahin, sein Verhältnis zur Natur insgesamt, und nicht zuletzt auch sein Naturverständnis, am Beispiel der Erft überzeugend in Bildsprache festzuhalten.
Die endgültige Auswahl aus zahlreichen Fotos und Skizzen entstand später zu Hause. Vor allem die weitgehend naturalistischen Aquarelle mussten sich erst durch zahlreiche Vorstudien „durchkämpfen“, um sich gegenüber einem „ansozialisierten“ ironischen FLUXUS- Blickwinkel behaupten zu können. Erftansichten der etwas anderen Art, Snapshots vom Fahrradsattel aus – die Ausstellung in der Galerie amschatzhaus zeigt heimatliche Perspektiven, wie sie zum Jahr 2016 passen, ohne die Tradition zu verleugnen.




Ausstellung 2012: Experimentelle Druckgrafiken

Am 8. September 2012 freut sich die Galerie amschatzhaus über die 15. Ausstellung, ein erstes kleines Jubiläum also. Gemeinsam mit 17 Lesungen haben seit der Eröffnung der Galerie amschatzhaus im Dezember 2009 inzwischen über 30 Kulturveranstaltungen ein reges Interesse gefunden; reichhaltiger literarischer und künstlerischer Austausch hat stattgefunden und wir freuen uns nach der Sommerpause auf eine ungewöhnliche und spannende Ausstellung mit dem renommierten Künstler und Performer, Rainer Aring:
Rainer Aring zeigt unter dem Titel: crossover – experimentelle Druckgrafiken
Die Vernissage beginnt um 16.30 Uhr. Es findet eine Performance des Künstlers statt:
„Ausdruck“ – kurze Demonstration einer ausdrücklichen Verstellungsnahme!
Die große Zeit der Druckgrafik waren die 1910er und 1920er Jahre. Holz- und Linolschnitte waren die einfachste und günstigste Methode, Bücher und Zeitschriften zu illustrieren. Die vielen Literatur- und Kulturzeitschriften, die im Expressionismus allerorten aus dem Boden schossen, wurden durch Künstler wie Frans Masereel oder die Kölner Progressiven Franz Wilhelm Seiwert und Gerd Arntz mit einem charakteristischen Erscheinungsbild versehen.
Seit Fotografien billig und problemlos reproduziert werden können, verschwanden die klassischen Druckverfahren aus der Gebrauchsgrafik und durch die Einführung des Siebdrucks wurden Stein-, Holz- und Linoldrucke auch in der Bildenden Kunst rar.
Rainer Aring, Beuys Schüler, der nun zum zweiten Mal mit einer Ausstellung in der Galerie amschatzhaus vertreten ist, hat sich dieser zu Unrecht stiefmütterlich behandelten Verfahren schon seit vielen Jahren angenommen. Vor allem an der Folkwangschule für Gestaltung hat Aring das Handwerk der Druckgrafik in den 1970er Jahren gelernt und praktiziert.
In seiner aktuellen Schau „crossover“ beweist er, wie sich den traditionellen Druckmethoden eigene ästhetische Reize abgewinnen lassen; dies vor allem durch seine Experimentierfreudigkeit, die aus seinen Zeichnungen heraus entwickelten Ikonografien in die Klarheit der Konturen einer Druckgrafik umzusetzen.
Geprägt sind seine neuen Arbeiten insbesondere auch durch die voluminöse Sättigung der Farbflächen. Bei Aring steht zumeist die menschliche Figur im Zentrum der künstlerischen Gestaltung, es handelt sich um hintergründige Posen und Gesten, die oft mit groteskem Humor in Szene gesetzt werden. Bei Rainer Arings experimentellen Druckgrafiken führt gerade die Auseinandersetzung mit dem zentralen Thema „Mensch“ zu ausdrucksstarken Arbeiten mit faszinierenden Kompositionsmöglichkeiten. Aring, der auch ein überaus begabter Zeichner ist, erweist sich hier als Meister der figurativen Darstellung, seine Holz- und Linolschnitte, die bisweilen noch mit Collage- oder Aquarelltechniken überarbeitet wurden, bleiben stets rätselhaft, aber nie unzugänglich. Sie üben im Gegenteil eine starke Attraktion auf den Betrachter aus, scheinen an sein Unbewusstes zu appellieren. Traumszenen geraten ins Bild und Unnennbares.






Ausstellung 2010: Zeichnungen und Aquarelle


Am 6. Februar 2010 freut sich der im Dezember eröffnete Projektraum amschatzhaus über die erste Ausstellung von Rainer Aring (geboren 1945 in Bremen) in den Galerieräumen in Neuss-Holzheim. Die Vernissage beginnt um 16.30 Uhr.
Rainer Aring, Beuys-Schüler und seit 1980 als Künstler tätig, stellt ein breit gefächertes Spektrum seiner neuen Arbeiten vor. In einer Zeit, die trotz gravierender Umwälzungen im sozialen Bereich so unpolitisch zu werden droht wie noch nie, ist gerade aus dem Bereich der Künste Ein- und -Zuspruch zu erwarten und verlangen. Nur sehr weniger Künstler jedoch stellen sich dieser Herausforderung.
Anders Rainer Aring: seine Kohlezeichnungen erzählen bizarre Geschichten aus einem oft unmöglich erscheinenden Leben. Ganze Serien von ironisch aufgeladenen Ideenskizzen beschreiben eine nicht alltägliche Welt und bannen diese in einer ihm eigenen Lockerheit auf das Papier, von Wortwitz bis zu zynischem Kalauer reicht die Palette kauzig-humoriger Gegenwartskritik, mit der Aring auf Zeiterscheinungen reagiert.
Dem stehen nahezu fotorealistische Buntstiftzeichnungen und Aquarelle entgegen, die ebenfalls in den Galerieräumen amschatzhaus präsentiert werden: Doch auch hier wird das Inkommensurable messbar gemacht, verschieben sich Proportionen und Wahrnehmungsmöglichkeiten. Die Kunst als Utopie des Scheins vermag das Mögliche mit dem Unmöglichen zu vereinen.