RAINER ARING

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Kurzbiografie Rainer Aring
1945 geboren in Bremen
1961-1964 Klischeeätzerlehre in Essen
1964-1970 Studium freie Grafik, Folkwangschule Essen, Meisterschüler
1971-1972 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, Klasse Joseph Beuys
Tätigkeit als Grafiker in Nürnberg, München und Düsseldorf
1974-1978 Soziologiestudium, Universität Köln.
Anschließend Studienreferendar, Lehramt.
seit 1980 Künstler und Lehrer für Gestaltung/ Kunst in Berlin,
seit 1985 in Köln.
Lebt und arbeitet in Engelskirchen.

Ausstellungen (Auswahl)

Ab 2010
Drei Ausstellungen in der Galerie „ amschatzhaus“, Neuss.
„Kirschenpflücker“, Temporäre Galerie, Köln.
„Tanz zeichnen“, Ausstellung im Ballettstudio „la danse“, Düsseldorf.
Galerie Seidel, Köln.
„Petersburger“, Raum für Kunst, Köln.

2000 – 2010
Kunstforum Batonia, Köln.
Galerie Rachel Haferkamp, Köln.
Galerie Staarke, Hasselt, Belgien.
Performances zum“ Steyrischen Herbst“. Ultimate Akademie Kön.
Beteiligung an vier Ausstellungen im „Kunstwerk“, Köln.
E- Werk Freiburg.
BBK Köln.

1990 – 2000
Maerz- Ausstellungen, Köln.
Artforum Hannover.
Villa Weiner, Ochtrup.
Galerie Bernd Lutze, Friedrichshafen.
Ultimate Akademie, Köln.
Installationen & Performances in und um
Kassel zur Documenta 1997.
Galerie Sander, Kassel.
Kunstverein Göttingen.
Galerie 6811, Köln.
Galerie arting, Köln.


1983 – 1990

Galerie Seitz, Berlin.
Artline Gallery, Den Haag.
Marianne Deson Gallery, Chicago.
Kunsthaus Essen.
Köln Kunst.
Galerie „Die Wand“, Bonn.
Galerie Wanda Reiff, Maastricht.
Mannheimer Kunstverein.
BBK Köln.
Artforum Hannover

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Werke


Ausstellung 2020: BOTANICA – Zeichnungen, Aquarelle und Malerei

Corona hatte auch die Galerie amschatzhaus fest im Griff und nun ist es an der Zeit, sich wieder vorsichtig und mit Abstand natürlich, herauszuwagen. Der Kölner Künstler, Rainer Aring, Beuys-Schüler, Zeichner von experimentellen Subtilitäten mit pointiertem Wortwitz, hat das Thema „sich herauswagen“ wörtlich genommen und begibt sich mit der aktuellen Schau in die Natur, in das „da draußen“. Unter dem Titel „Botanica“ macht Aring die Natur zur Kunst, denn die Natur steckt in der Krise. Der ökonomische Fußabdruck des Menschen ist größer als die Natur ihn verkraften kann.
„Seit nun mehr 25 Jahren wohne ich in der „Waldreichsten Gemeinde Nordrhein-Westfalens“ und schaue vom Fenster aus dem zunehmenden Sterben der Natur zu. Der Wald wird totbraun, Vögel kommen kaum noch auf unsere Dachterrasse, Feld- und Wiesenblumen lassen vertrocknet die Köpfe hängen. Das ist es, was mich seit Jahren umtreibt,“ so Rainer Aring und allen Kitschvorwürfen zum Trotz, widmet er sich intensiv der Pflanzenwelt; den wilden und zufälligen Strukturen derselben gilt seine Aufmerksamkeit und er bildet die Üppigkeit der Natur ab, als hätte ihr letztes Stündlein geschlagen.
Rainer Aring reagiert mit seinen aktuellen Werken auf die Vorstellung einer von Menschen beeinflussten, künstlichen Natur, die seit rund zwei Jahrzehnten unter dem Schlagwort Anthropozän, die öffentliche Diskussion beherrscht. Dabei positioniert er sich zwischen Kunstnatur und Naturkunst, indem er einerseits die synthetischen Prozesse von Natur analysiert und andererseits die Natur als Motiv- und Ideengeberin nutzt. Anthurien in urwaldartiger Natur, wilde Vogel- und Pflanzenwelt, einzelne Blätter und zarte Knospen und Blüten, Bäume, Wurzelwerk und „Bei Nichtgefallen – Wald zurück“, kein anderer als Rainer Aring schafft es, Poesie und Athmosphäre gleichzeitig mit einem Augenzwinkern und tiefster Ernsthaftigkeit ineinander fließen zu lassen.
Seine Zeichnungen sind eine Kombination aus zumeist naturalistischen Bleistiftzeichnungen und expressiver Über- oder Untermalung mit Ölfarben auf Leinwand. Technisch strebt Rainer Aring dabei an, dass die Materialitäten in diesem Prozess weder miteinander konkurrieren, noch sich wechselseitig nivellieren, sondern eine veritable Steigerungsgemeinschaft bilden. Insbesondere die großformatigen Leinwandarbeiten leben vom Fließen, Zerlaufen oder Verspritzen der Farben, um den darunterliegenden Naturdarstellungen Anmutungen von Gestrüpp, Dickicht und Wucherungen zu verleihen. Insgesamt ein Feuerwerk der Botanik, das man sich nicht entgehen lassen sollte: Die Natur ist tot. Es lebe die Natur. Die neue Ausstellung der Galerie amschatzhaus zeigt auf, dass Kunst und Natur widerständig sind und jederzeit kraftvoll, neue künstlerische Positionen hervorbringen kann.


Ausstellung 2016: Vom Sattel aus – Erftskizzen und Aquarelle
„Die Elemente der Natur klären den Suchenden über sich selbst auf.“ (Novalis)

Zum dritten Mal stellt der Kölner Künstler, Rainer Aring, Beuys-Schüler, Zeichner von subtilem Humor und pointierten Witz, in der Galerie amschatzhaus aus. Dieses Mal hat er etwas ganz Besonderes unternommen: In der Tradition bedeutender rheinischer Landschaftsmaler wie Max Clarenbach und Joseph Kohlschein hat er exklusiv für amschatzhaus eine Sammlung von Erft-Ansichten konzipiert, Aquarelle und Skizzen. Das Ungewöhnliche dieser Arbeiten ist, und daher auch der Titel, dass Aring seine Einsichten und Ansichten auf Radtouren an der Erft entlang gewonnen hat. Denn neben seiner künstlerischen Arbeit ist Aring seit Langem ein passionierter Radsportler, der hier beide Interessen zusammen gebracht hat.
Von den 103 Kilometern der Erft waren dabei hauptsächlich die letzten 50 Kilometer für ihn von Interesse, die Untererft also, jener Teil, der vornehmlich den Rheinkreis durchfließt. Hier erst wird sie – nach Arings Empfinden – als Fluss kenntlich, etwa ab Kerpen. Hier erst nennt sie sich in Abgrenzung zur parallel fließenden „Kleinen Erft“, die „Große Erft“. Zunächst als träger, lehmiger Wald- und Wiesenfluss dümpelt die Erft meist gemütlich durch die Niederrheinische Bucht, durch Braunkohlenland, Kappes- und Rübenland, Mühlenland. Dazu aber ist es mit den Skulpturenwanderwegen von Anatol oder Rückriehm sowie dem Museum Insel Hombroich auch eine Kultur- und Kunstlandschaft, die mit weiten Auenblicken aufwartet, einem natürlichen grünen „Meer“, das den Künstler Aring faszinierte und inspirierte.
Viele europäische Flüsse hat Aring bislang aus rein sportlichen Gründen mit dem Rennrad abgefahren. Nun hat er, mit Kamera und Skizzenblock bewaffnet, die heimische Erft aufgesucht, um zu ermitteln, ob künstlerische Wahrnehmungsmuster und Radsport sich verbinden lassen. Eine Frage war etwa, ob die vorbeihuschende Landschaft ihre typischen Formationen, Kontraste, Linien und Farben hergeben würden bzw. aus seiner „Radperspektive“ überhaupt visuell umsetzbar sein könnten. Auch ging die Probe dahin, sein Verhältnis zur Natur insgesamt, und nicht zuletzt auch sein Naturverständnis, am Beispiel der Erft überzeugend in Bildsprache festzuhalten.
Die endgültige Auswahl aus zahlreichen Fotos und Skizzen entstand später zu Hause. Vor allem die weitgehend naturalistischen Aquarelle mussten sich erst durch zahlreiche Vorstudien „durchkämpfen“, um sich gegenüber einem „ansozialisierten“ ironischen FLUXUS- Blickwinkel behaupten zu können. Erftansichten der etwas anderen Art, Snapshots vom Fahrradsattel aus – die Ausstellung in der Galerie amschatzhaus zeigt heimatliche Perspektiven, wie sie zum Jahr 2016 passen, ohne die Tradition zu verleugnen.


Ausstellung 2012: Experimentelle Druckgrafiken

Am 8. September 2012 freut sich die Galerie amschatzhaus über die 15. Ausstellung, ein erstes kleines Jubiläum also. Gemeinsam mit 17 Lesungen haben seit der Eröffnung der Galerie amschatzhaus im Dezember 2009 inzwischen über 30 Kulturveranstaltungen ein reges Interesse gefunden; reichhaltiger literarischer und künstlerischer Austausch hat stattgefunden und wir freuen uns nach der Sommerpause auf eine ungewöhnliche und spannende Ausstellung mit dem renommierten Künstler und Performer, Rainer Aring:
Rainer Aring zeigt unter dem Titel: crossover – experimentelle Druckgrafiken
Die Vernissage beginnt um 16.30 Uhr. Es findet eine Performance des Künstlers statt:
„Ausdruck“ – kurze Demonstration einer ausdrücklichen Verstellungsnahme!
Die große Zeit der Druckgrafik waren die 1910er und 1920er Jahre. Holz- und Linolschnitte waren die einfachste und günstigste Methode, Bücher und Zeitschriften zu illustrieren. Die vielen Literatur- und Kulturzeitschriften, die im Expressionismus allerorten aus dem Boden schossen, wurden durch Künstler wie Frans Masereel oder die Kölner Progressiven Franz Wilhelm Seiwert und Gerd Arntz mit einem charakteristischen Erscheinungsbild versehen.
Seit Fotografien billig und problemlos reproduziert werden können, verschwanden die klassischen Druckverfahren aus der Gebrauchsgrafik und durch die Einführung des Siebdrucks wurden Stein-, Holz- und Linoldrucke auch in der Bildenden Kunst rar.
Rainer Aring, Beuys Schüler, der nun zum zweiten Mal mit einer Ausstellung in der Galerie amschatzhaus vertreten ist, hat sich dieser zu Unrecht stiefmütterlich behandelten Verfahren schon seit vielen Jahren angenommen. Vor allem an der Folkwangschule für Gestaltung hat Aring das Handwerk der Druckgrafik in den 1970er Jahren gelernt und praktiziert.
In seiner aktuellen Schau „crossover“ beweist er, wie sich den traditionellen Druckmethoden eigene ästhetische Reize abgewinnen lassen; dies vor allem durch seine Experimentierfreudigkeit, die aus seinen Zeichnungen heraus entwickelten Ikonografien in die Klarheit der Konturen einer Druckgrafik umzusetzen.
Geprägt sind seine neuen Arbeiten insbesondere auch durch die voluminöse Sättigung der Farbflächen. Bei Aring steht zumeist die menschliche Figur im Zentrum der künstlerischen Gestaltung, es handelt sich um hintergründige Posen und Gesten, die oft mit groteskem Humor in Szene gesetzt werden. Bei Rainer Arings experimentellen Druckgrafiken führt gerade die Auseinandersetzung mit dem zentralen Thema „Mensch“ zu ausdrucksstarken Arbeiten mit faszinierenden Kompositionsmöglichkeiten. Aring, der auch ein überaus begabter Zeichner ist, erweist sich hier als Meister der figurativen Darstellung, seine Holz- und Linolschnitte, die bisweilen noch mit Collage- oder Aquarelltechniken überarbeitet wurden, bleiben stets rätselhaft, aber nie unzugänglich. Sie üben im Gegenteil eine starke Attraktion auf den Betrachter aus, scheinen an sein Unbewusstes zu appellieren. Traumszenen geraten ins Bild und Unnennbares.


Ausstellung 2010: Zeichnungen und Aquarelle

Am 6. Februar 2010 freut sich der im Dezember eröffnete Projektraum amschatzhaus über die erste Ausstellung von Rainer Aring (geboren 1945 in Bremen) in den Galerieräumen in Neuss-Holzheim. Die Vernissage beginnt um 16.30 Uhr.
Rainer Aring, Beuys-Schüler und seit 1980 als Künstler tätig, stellt ein breit gefächertes Spektrum seiner neuen Arbeiten vor. In einer Zeit, die trotz gravierender Umwälzungen im sozialen Bereich so unpolitisch zu werden droht wie noch nie, ist gerade aus dem Bereich der Künste Ein- und -Zuspruch zu erwarten und verlangen. Nur sehr weniger Künstler jedoch stellen sich dieser Herausforderung.
Anders Rainer Aring: seine Kohlezeichnungen erzählen bizarre Geschichten aus einem oft unmöglich erscheinenden Leben. Ganze Serien von ironisch aufgeladenen Ideenskizzen beschreiben eine nicht alltägliche Welt und bannen diese in einer ihm eigenen Lockerheit auf das Papier, von Wortwitz bis zu zynischem Kalauer reicht die Palette kauzig-humoriger Gegenwartskritik, mit der Aring auf Zeiterscheinungen reagiert.
Dem stehen nahezu fotorealistische Buntstiftzeichnungen und Aquarelle entgegen, die ebenfalls in den Galerieräumen amschatzhaus präsentiert werden: Doch auch hier wird das Inkommensurable messbar gemacht, verschieben sich Proportionen und Wahrnehmungsmöglichkeiten. Die Kunst als Utopie des Scheins vermag das Mögliche mit dem Unmöglichen zu vereinen.
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