JÜRGEN HILLE

[templatic_columns layout=“one_third“ title=“Biographie“]
Jürgen-Hille-Juli-2017
Foto: Jürgen Hille
1961
in Düsseldorf geboren
1980-86 Studium Freie Kunst, Kunstakademie Düsseldorf
1983 Reisestipendium der Kunstakademie, Italien
1987 Arbeitsstipendium NRW, Schloß Ringenberg
1994 Arbeitsstipendium Schlesw.-Holstein, Künstlerhaus Selk
1995 Künstleraustausch Düsseldorf-Ein Hod, Israel
1999 Projektstipendium Kunstfonds e.V., Bonn
2012 Projektförderung durch Jubiläumsstiftung Sparkasse Neuss
Mitglied im Deutschen Künstlerbund (seit 2000)

Ausstellungen, screenings (Auswahl)
1987 Kunstpreis Junger Westen (Zeichnung), Kunsthalle Recklinghausen
1990 Regionalmuseum Xanten (E)
1991 Kunstverein Unna (mit A.Küster)
1993 Galerie Fochem, Krefeld (E)
1994 Künstlerhaus Selk (E),Forum Fregestrasse, Leipzig (E), Medienbiennale
1996 Galerie Fochem, Krefeld (E),ArToll-Labor, Bedburg-Hau
Schuhwerk, Neue Galerie Dachau,Orientexpress, Landesmuseum Volk und Wirtschaft, Düsseldorf,
Kunstverein Schloß Primmersdorf, NÖ
1998 Westdeutscher Künstlerbund, Herne, Forum Bildender Künstler, Essen
2001 Künstlerverein Malkasten, Uraufführung Projekt HALDE, Düsseldorf
2002 56.Bergische Kunstausstellung, Museum Baden, Solingen
2004 Zeitmaschine Lausitz, Internationale Bauausstellung, Brandenburg
2005 Wort-Bild-Labor, Goethe-Institut Düsseldorf (E)
2006 LUFTRAUM III, 14.5.-Gasometer Oberhausen, „TANDEM – 50 Jahre Mülheimer Kunstverein“,
Kunstmuseum Mülheim/ Ruhr
2007 Die Macht der Sprache im Bild, Goethe Institut Bremen,
Akademie der Künste, Berlin, Wissenschaftszentrum Bonn,
2008 KIE(S)L, PK-Container a.d. Stadtgalerie Kiel (E), Spotlights, Kunstmuseum Mülheim a.d. Ruhr
artrmx cologne vol.01, Köln, sample #1, Videoarchiv Deutscher Künstlerbund, Berlin
Contemporary Art Ruhr 2008, Zeche Zollverein Essen,
Blicke aus dem Ruhrgebiet, Film- und Videofestival, Bochum, Oneminute-Videofestival, Aarau, CH
2009 Die Nacht, la nuit #83, Arte TV, Contemporary Art Ruhr /Forum, Zeche Zollverein Essen
Institut francais Bremen (mit M.Heinz-Hoek), Unerhört, Musikfilmfestival Hamburg
2010 screenfestival Oslo, Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, Open Screening
“Quadratkubikmeter hoch eins”, Nachtspeicher23, Hamburg
backup-festival, Weimar, oneminute, Internationales Film- und Videofestival, Aarau, CH
octobre rouge 2010, Festival de la grande Region, Dudelange, L, Kunsthochschule Metz, F
2011 Arbeitsaufenthalte: Spanien, Griechenland, Portugal
2012 screenfestival Oslo, Arbeitsaufenthalte: Spanien, Türkei, Bulgarien
2013 Erftprojekt I, Romaneum Neuss, Arbeitsaufenthalte: Spanien, Kroatien, Italien
2014 HANSEvideoartWORKS, Kunsthalle St.Annen, Lübeck, LÀRT en BAR“, S une Galerie et Le Select, Paris
»SAMPLE #5« , Videoarchiv Deutscher Künstlerbund, Berlin, Arbeitsaufenthalte: Kroatien, Türkei, Spanien
2015 backup-festival, Weimar, Begegnungen, Ballhaus Düsseldorf (mit. S.Benignus, U.Hille)
Arbeitsaufenthalt: Spanien
2016 Atmosphären, Fotobuch
2017 Wüstenauge, Fotobuch, Parc Monceau/Paris, Fotobuch, Multi_M, Spitalseebunker, KulturPackt, Schweinfurt
In den Tag, Fotobuch, HALDE 98/99/2000, Fotobuch, ARTA, Fotobuch »Heimat ?«, Deutscher Künstlerbund, Berlin
Amschatzhaus, Neuss (E)
2018 Cité Internationale des Arts Paris, Gastatelier
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[templatic_columns layout=“two_third_last“ title=“Ausstellungen Galerie amschatzhaus“]

Werke


Ausstellung 2017: rear retina – Video und Fotografie
Der 1961 in Düsseldorf geborene Künstler Jürgen Hille, nun schon seit geraumen Jahren in Neuss ansässig, ist ein Medienkünstler durch und durch. So könnte man jedenfalls denken, wenn man seine suggestiven Fotos und Videos auf sich wirken lässt. Erstaunlich aber ist, dass er eigentlich gelernter Bildhauer ist und das setzt seine Arbeiten sogleich in ein anderes Licht.
Hatte er in seiner künstlerischen Anfangszeit, immerhin noch bis 1993, mit Materialien wie Gips, Wachs, Karton und Holz gearbeitet, brachte ihn die filmische Dokumentation seiner Plastiken und Rauminstallationen zur Videokunst. Das kann man sich wie eine Erweckung vorstellen, gab er doch die Bildhauerei (vordergründig) vollständig auf. Richtiger ist es wohl zu sagen, dass sich seine skulpturale Arbeit in den medialen Raum fortentwickelt hat. Denn seine Videos wirken durchaus wie Rauminstallationen. Das liegt schon an ihrer spezifischen Präsentation, aber auch und noch vielmehr an ihren Sujets. Denn Hilles videografisches Sehen widmet sich schwerpunktmäßig Ortserkundungen: von Landschaften, industriellen Räumen oder menschlichen Arbeitszusammenhängen. Sie schreiben sich ein in diese Räume und inszenieren einen eigenen ästhetischen Blick, der sich oft auf Detailaspekte im Makrobereich richtet und so neue Sichtweisen auf scheinbar altbekannte Gegenstände ermöglicht.
Besonders die Erkundung des Erftareals hat es ihm angetan, seit Jahren beschäftigt er sich mit spezifischen Ansichten aus dem Terrain zwischen Wiesenwehr und Grimlinghauser Erftmündung.
In der Galerie amschatzhaus zeigt er neue Beispiele seiner Kunst, neben drei Videoarbeiten „vivid“, „Infusion“ und „rear retina II“ sind großformatige Fotografien aus der Reihe der „Atmosphären“ zu sehen, Stromschnellen, Steine im Wasser, sowie vier mehrteilige Ensembles mit kleinformatigen Fotoarbeiten. Ebenfalls vorgestellt wird sein Blog als „digitale Bilder- und Videospur seiner Realitätsforschung“ und sechs Projektbücher, die Jürgen Hille als intime Bild- und Raumprojekte versteht. „Die dazu entstandenen Videos werden der zeitlichen Festschreibung enthoben und zur individuell bestimmten, sequentiellen Betrachtung freigestellt“, beschreibt der Künstler diesen Prozess.

Das ist Heimatkunst einmal ganz anders, auf den ersten Blick hat sie damit nicht viel im Sinn, doch Hilles Foto- und Videoarbeiten sind nicht zuletzt ein Plädoyer dafür, den eigenen alltäglichen Umraum einmal viel intensiver wahrzunehmen, genauer hinzuschauen und ihm neue ästhetische Perspektiven abzugewinnen. Das kann zu einer Vergegenwärtigung führen, dazu, sich in den Dingen zu verlieren, um sich selbst gerade dadurch neu zu gewinnen: nämlich indem man ausbricht aus der von außen aufgezwungenen Zeitschleife des Alltags.
Dieser fast meditative Blick prägt Hilles Arbeiten, die so zum Exempel werden – genauso wie die Betrachter sich in den genialen, strömenden, flirrenden Naturloops Hilles versenken können, mögen sie es beim nächsten Spaziergang selbst tun und so ein Reich innerer Freiheit zurückgewinnen, innere Landnahme betreiben. Es ist seltsamer und doch produktiver Widerspruch, dass Hille diese intensive Form der Landschaftsbetrachtung und -vermittlung ausgerechnet durch ein eigentlich artifizielles Medium erreicht. Aber wer fragt danach, wenn es beeindruckt.