PETER K. KIRCHHOF

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Foto: Lothar Seruset

1944 geboren in Bremen
1958-1961 Lehre auf der Schiffswerft
1964-1966 Studium an der Staatl. Kunstschule Bremen
Seit 1966 freier Schriftsteller, Illustrator, Grafiker, Maler
lebte in Worpswede, Berlin und Hamburg, seit 1986 in Düsseldorf
1980-2011 Redakteur der Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik „die horen“

Lebt in Düsseldorf

Einzelausstellungen und Beteiligungen (Auszüge)
Berlin (Galerie Poll, Galerie am Chamissoplatz), Bremen (Galerie Gruppe Grün, Stiftung Overbeck),
Bremerhaven (Morgensternmuseum, Conference Center Atlantic Hotel), Bonn (Bremer Landesvertretung),
Braunschweig, Düsseldorf (Kunsthalle, Landesmuseum Volk und Wirtschaft, Landgericht),
Flyinge/Schweden, Frankfurt/Oder (Kleist-Museum), Gdansk/Polen (Museum der Stadt),
Göttingen (Galerie Apex), Hamburg (Kunstforum Telekom, Galerie Rose),
Hannover (Hannoverscher Künstlerverein, Kubus), Kiel, Köln, Leipzig, Lübeck, Münster,
Natanya/Israel, Neuss (Galerie amschatzhaus), Oldenburg, Remscheid, Rostock (Schifffahrtsmuseum),
Sarajevo/Bosnien Herzegowina (Kunstgalerie Bosniens u. d. Herzegowina), Stuttgart, Wilhelmshaven und
Worpswede.

Arbeiten in privaten Sammlungen sowie im öffentlichen Besitz: Kulturbehörde Hamburg, Senator für Wissenschaft und Kunst Bremen, Graphothek Remscheid, Ernst-Bloch-Archiv Ludwigshafen, Kulturamt Bremerhaven, Artothek Düsseldorf, Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule Gladbeck, OPD Telekom Hamburg, Internationales Maritimes Museum Hamburg, Deutsches Schifffahrtsmuseum Bremerhaven, DARA GmbH Bonn, Uni-Geräte Weeze, Crane Flow Düsseldorf, Stadtarchiv Hannover, Universitätsbibliothek Oldenburg
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Werke


Ausstellung 2019: Kindereien – Neue Malerei und Zeichnungen
Die Galerie amschatzhaus in Neuss-Holzheim widmet sich in der besinnlichen Zeit den Kindern dieser Welt. Unter dem Ausstellungstitel „Kindereien“ präsentiert der Düsseldorfer Maler, Schriftsteller und Kulturallrounder Peter K. Kirchhof ein virtuoses Spektrum an Bildnissen von Geschichten über Kinder und deren nahes Umfeld. Wer Peter K. Kirchhofs Arbeiten kennt, der ahnt bereits, dass sich in seinen Bildern nicht allein deren heile Welt spiegelt, sondern vielmehr der Finger in die Wunden der durchaus nicht immer unproblematischen kindlichen Existenz gelegt wird. Gerade auch die Ungleichheit der Chancen der jeweiligen kleinen Persönlichkeiten wird darin erkennbar.
„Weltweit leben fast vierhundert Millionen Kinder in Hunger und Armut und es ist bekannt, dass nicht nur die Zukunftschancen dieser Kinder dadurch beeinträchtigt sind, sondern auch die der gesamten Gesellschaft in den betroffenen Ländern. Kinder sind nicht nur stärker von Armut bedroht als Erwachsene, sie bekommen auch am stärksten deren Auswirkungen zu spüren. Die Entbehrungen, unter denen sie leiden, beeinträchtigen die Entwicklung ihres Körpers und ihres Geistes“, befand Anthony Lake von UNICEF bereits 2016 in einem Interview mit der ZEIT.

Vor diesem Hintergrund muss man die „Kindereien“ von Peter K. Kirchhof betrachten. Dennoch wird man dabei fast magisch angezogen von den Blicken und den Augen der Protagonisten. Spielerisch oder bisweilen skurril anmutende Reliquien wie Holzfiguren, Blechtrommeln oder Spielkarten erzählen von deren zauberhafter Welt. Inhaltlich gebrochen wird die Anwesenheit des Spielzimmers jedoch, wenn man in die Augen der Kinder schaut, deren Blick den Betrachter zu verfolgen scheinen. Der Entdeckerblick dieser Babys und Kleinkinder, die mal gut gelaunt auf einem grünen Kohlkopf thronen oder harmonisch vereint mit knallroten Erdbeeren posieren, verändert sich gleichsam mit dem Älterwerden zu einem Blick, der erkennt, in welcher Welt sie sich wirklich befinden. Kirchhofs Kinder klagen nicht an, sie nehmen Kontakt mit dem Betrachter auf und stellen Fragen, die nur schwer zu beantworten sind.

Peter K. Kirchhofs entweder in Öl auf Leinwand oder mit dem Bleistift erschaffener Realismus hat etwas Unvergleichliches. Trickreich führt er uns auf Wege, die wir zu erkennen glauben, die wir aber noch niemals betreten haben. Kirchhofs teils großformatige Ölbilder kommen farbstark daher, seine Stiftzeichnungen sind von ungemeiner Tiefe. Seine surrealen Welten sind voller Spannungsfelder und Zitate, derart detailreich auf die Leinwand gebracht, dass sie eine ungeheure Sogwirkung erzeugen, die ein originäres Charakteristikum von Kirchhofs Werken ist.

Die Überfülle von Menschen, Natur, Architektur, Arbeits- wie Freizeitwelt und nicht zuletzt die immerwährende Anwesenheit der Tiere in Peter K. Kirchhofs Bilderkosmos bilden das ab, was wir das Leben nennen.
Und da stellt sich im Rahmen der Ausstellung ebenso die Frage:“ Was hat der überdimensionale Baby-Orang-Utan in einer Kleiderfabrik zu suchen, in der Kinder stumm an ihren Maschinen arbeiten? Werden Sie in den Arbeitspausen mit ihm spielen?“ Vielleicht kann Peter K. Kirchhof am Tag der Ausstellungseröffnung etwas darüber erzählen.

Ausstellung 2016: Natur und Realität – Ölbilder und Zeichnungen
Am 17. September 2016 präsentiert der Düsseldorfer Maler, Schriftsteller und Kulturallrounder Peter K. Kirchhof in den Galerieräumen amschatzhaus in Neuss-Holzheim neue Einblicke in sein umfangreiches bildnerisches Werk. Er hat für seine Ausstellung den Titel „Natur und Realität“ gewählt. Beides, das, was uns umgibt, und das, was wir daraus machen, steht im Zentrum seiner künstlerischen Arbeit. Dieser gedankliche Verarbeitungsprozess ist eine besondere Eigenschaft von Kirchhofs Wirken. Die intellektuelle Durchdringung merkt man den Bildern an, Peter K. Kirchhofs „Gedankenmalerei“ entführt den Betrachter in surreale Welten voller Spannungsfelder und Zitate, derart detailreich auf die Leinwand gebracht, dass es schwer ist, sich ihrer Sogwirkung zu entziehen.

In seinen Zyklen „animals“ und „Bestandsaufnahmen“, von denen einige Arbeiten in der Ausstellung zu sehen sein werden, wird ganz besonders deutlich, dass Peter K. Kirchhof ein Meister im Verschieben von Grenzen ist. Nähert man sich den Kunstwerken und denkt, man habe verstanden „was der Künstler einem sagen will“, erkennt man schon im nächsten Moment: Die Fährte könnte falsch sein. Denn was könnte der Grund sein, dass ein Maler die Massenproduktion von Hühnern darstellt, dann aber wieder den unerklärlichen Besuch afrikanischer Antilopen im Wohnzimmer – als Motiv für ein, in jeder Hinsicht undurchschaubares Bild. Bei alledem ist Peter K. Kirchhof ein trickreicher Verführer, denn die Ästhetik der oft großformatigen Ölbilder lässt das Bewusstsein des Betrachters nur ahnen, dass im geschätzten Verhältnis von Mensch zu Tier oder von Mensch zu Mensch etwas nicht in Ordnung sein könnte.

Kirchhof gehört zweifelsfrei zu den Geradlinigen seiner Zunft. Er ist ein stetig Denkender, ein aufmerksamer Beobachter dessen, was ihn umgibt. Der Realismus ist für ihn eher Diener als Auftraggeber. Denn während die reine Wiedergabe der Wirklichkeit künstlerisch meist zum Scheitern verurteilt ist, neigt man dazu, den irritierenden Bestandsaufnahmen Peter K. Kirchhofs bedingungslos zu folgen. Sie bieten ein verzerrtes Spiegelbild der Welt, das sehr viel wahrhaftiger ist als das Original. Sie zeigen den Wirbelsturm der Ereignisse und bilden dabei die menschlichen Regungen facettenreich ab – und das ebenso zurückhaltend wie überaus farbig. „Volle Kanne bunt, aber kein bisschen plakativ. Irgendwie ist der Maler, der uns diese Farben ans Herz legt, aber auch schon wieder weg.“ Derart passend beschreibt der Autor Gerald Sammet die pralle Farbigkeit, die im Werk Peter K. Kirchhofs außerordentlich präsent ist.

Kirchhof zeigt in Neuss-Holzheim auch Arbeiten über die Auswirkungen des Sturms Ela, der in Neuss und Düsseldorf diverse Perspektiven verändert hat; und das Verändern von gewohnten Wahrnehmungsmustern ist so etwas wie das Spezialgebiet des Malers und Schriftstellers, der unter anderem langjähriger Mitherausgeber der renommierten Kulturzeitschrift „Die Horen“ war. Sein malerisches Handwerk erlernte der 1944 geborene Kirchhoff an der Staatlichen Kunstschule Bremen. Er hatte zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, viele Arbeiten befinden sich in hochkarätigen öffentlichen und privaten Sammlungen.

„Die Wahrheit lässt sich nicht zeigen, nur erfinden“, formulierte Max Frisch. Und im Geschichten erfinden, wie etwa der von einem roten Harlekin, der in der Tradition der Commedia dell‘ Arte mit einer blauen Kugel über eine zerstörte Stadt surft, ist der Maler Peter K. Kirchhof so virtuos wie unschlagbar.