JÜRGEN NENDZA

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Jürgen Nendza
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Samstag, 15. Februar 2014, 16.30h

Jürgen Nendza liest in der Galerie amschatzhaus

Samstag, den 15.2.2014 um 16.30 Uhr

Eintritt: 5,- €


Aachen ist nicht nur 640 Kilometer weit vom staatlichen, sondern auch vom literarischen Zentrum Deutschlands, nämlich Berlin, entfernt. Aus Aachen kommt der Lyriker Jürgen Nendza. Heute, da nahezu jeder Dichter, der etwas auf sich hält, in die Hauptstadt zieht, fragt man sich, wie ein Autorenleben in der (vermeintlichen) literarischen Diaspora überhaupt möglich ist. Jürgen Nendza hat damit aber keine Probleme, vielmehr sieht er es durchaus als Herausforderung, ja als Vorteil im sprichwörtlichen „Grenzbereich“ zu leben und zu schreiben. Immerhin bietet das Dreiländereck eine hervorragende Möglichkeit zum Austausch und zur Vernetzung mit niederländischen und belgischen Kollegen. So ist es nicht verwunderlich, dass einer der inzwischen acht Lyrikbände, die Nendza seit 1992 veröffent-licht hat, zweisprachig, in der Sprache unseres nächsten Nachbarlandes erschienen ist.

Besondere Aufmerksamkeit hat der 1957 in Essen geborene Nendza aber mit den Gedichten seines letzten Buches „Apfel und Amsel“ erregt, die der Deutschlandfunk als „unaufdringlich, doch umso bedachter“ bezeichnet hat. Tatsächlich ist Nendzas Arbeit durch eine ruhig-reflektierte Tonlage charakterisiert, der Autor erweist sich als ausgereifter, sprachsicherer Lyriker. Eine große Rolle spielt dabei die Natur: Nendza sieht sie als einen Bereich, dem der Mensch sich nicht entziehen kann. Auch wenn Menschen sich vornehmlich in der Kultur als in ihrer „zweiten Natur“ bewegen, bleibe, so Nendza, die Natur doch ein ganz wesentlicher Erfahrungsraum, gar nicht so sehr die wahrnehmbare äußere Natur, vielmehr die innere Natur des Menschen.

Doch auch mit jener Natur, Pflanzenwelt und Landschaft, die uns zwanglos umgibt, beschäftigt sich ein Großteil der Gedichte in Nendzas aktuellem Band: Das charakteristische Oberflächenprofil des Hohen Venn wird hier beschrieben und bleibt dabei nicht bloß bei der abbildenden Landschaftsdichtung. Nendzas Gedichte gehen tiefer, sie legen die verborgenen historischen Schichten der Landschaft frei. Während des Zweiten Weltkriegs zum Beispiel, kam es im Eifel-Hochmoor, im Rahmen der Ardennenoffensive, zu einem letzten verzweifelten Einsatz deutscher Fallschirmspringer, solche und andere historische Substrate fließen in den Text ein. Nendzas Gedichte betreiben also eine historisch-poetische Landnahme, ähnlich wie man es vom vor knapp 10 Jahren verstorbenen Hombroicher Lyriker Thomas Kling kennt. amschatzhaus wird Jürgen Nendza aus „Apfel und Amsel“ lesen, sein Auftritt gefördert durch das KULTURsekretariat NRW und das NRW-Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport.

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