TOM SCHULZ

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Tom Schulz

Photo by kookbooks, Berlin

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Samstag, 09. März 2019, 16.30h

Die Galerie amschatzhaus versucht immer, das Lesungsprogramm harmonisch auf die jeweiligen Ausstellungen, die in ihren Räumen gezeigt werden, abzustimmen. Im Falle der Lesung vom Berliner Lyriker Tom Schulz aber ist die Verbindung zur Ausstellung von Julia Lohmann geradezu zwingend. Denn Lohmann und Schulz hatten sich bei einem Stipendiumsaufenthalt in Edenkoben kennengelernt, und ein Ergebnis dieser Begegnung war eine Zeichnungsserie Julia Lohmanns, die unmittelbar aus das Schulz-Gedicht „Auf der Sommerseite“ bezieht.
Dieser Text wird nun veröffentlicht in Tom Schulz‘ neuem Lyrikband „Reisewarnung für Länder Meere Eisberge“, der just in diesen Tagen erscheint. Die Lesung amschatzhaus ist eine der ersten Präsentationen dieses Buches überhaupt. In seinen Texten spiegelt Tom Schulz diesmal seine zahlreichen Fahrten durch Europa und Südamerika, es handelt sich also vorrangig um Reisegedichte. Wohin er sich auch lyrisch begibt, nach Medellín oder Venedig, in die Beinhäuser von São João oder zu den Plantagen von Tazacorte, ob in Strophen, in Prosa- oder in Kurzform – immer geht es ihm darum, den Regelkreis zu unterbrechen, „den Kreislauf aus Gier und Fertigteilen“, mit all der poetischen Schärfe, die ihm zu Gebote steht, Bewusstsein zu schaffen für die Schönheit und die Gefährdung der Welt. Seine Sprache ist oft versponnen in fast kalauerhaften Wortverschiebungen, dann wieder anschaulich und klar. Oft ist es gerade der Alltag in jenen fernen Stätten, der den Lyriker interessiert, die kleinen, unauffälligen Ereignisse am Rande, sensible Beobachtungen und Sprachwitze.
Im Langgedicht „Auf der Sommerseite“, das Julia Lohmanns Bilder anregte, heißt es etwa: „Du kannst schwimmen, du kannst / die Boote meiden, du kannst / dieser See sein, du kannst / zum Ufer hinüber blicken, du kannst / am Fluss wandern. Du kannst / nicht beides zugleich“. Er zeichnet hier idyllische Gefilde, in diesem Fall eher aus unseren Breiten, er ist der Sommer mit dem Summen von Insekten und singender Hitze. Doch auch dieses sommrige Paradies ist untergründig bedroht, denn: „Im August sehen wir den Atom-Pilz / am Himmel / und pflücken den ersten / letzten Klarapfel“. Der „Atom-Pilz“ mag mehr wir Kalauer scheinen, dennoch birgt er die verborgene Gefährdung des natürlich Schönen. Und Klaräpfel sind bekanntlich eine Apfelsorte, die sehr früh wächst, aber nicht lagerfäähig ist, sondern nach kürzester Zeit verfault.
Die Lesung beginnt um 16.30h, Eintritt 6 €
Tom Schulz, geboren 1970 in der Oberlausitz, lebt als freier Autor, Herausgeber und Dozent für Kreatives Schreiben in Berlin. Für seine Gedichte erhielt er zahlreiche Preise und Stipendien, u. a. den Bayerischen Kunstförderpreis für Literatur 2010, den Kunstpreis Literatur der Lotto-Stiftung Brandenburg 2013 und den Alfred-Gruber-Preis 2014.


Samstag, 16. April 2011, 16.30h


Bereits im Dezember 2009 durften wir den Berliner Lyriker Tom Schulz bei uns begrüßen, nach unserer unmaßgeblichen Meinung ist er einer der maßgeblichen jüngeren Lyriker überhaupt, und das nicht nur, weil er einst seinen Debütband „Abends im Lidl“ im Hausverlag KRASH NEUE EDITION veröffentlichte. Bei seinem Zweiten Besuch amschatzhaus wird er sich gleich von zwei neuen Seiten präsentieren, nämlich als Verfasser kunstvoller Kurzprosa
und als Herausgeber eines anderen Lyrikers. Im renommierten Insel Verlag hat Schulz jetzt nämlich eine Sammlung von „Liebesgedichten“ des viel
gerühmten Lyrikers und Brinkmann-Zeitgenossen Nicolas Born zusammengestellt. Born, der 1979 im Alter von nur 42 Jahren verstarb, gilt heute als einer der einflussreichsten deutschsprachigen Dichter der Sechziger und Siebziger Jahre. Neben diesem Rückblick in die jüngere Vergangenheit präsentiert Tom
Schulz in seinem Prosaband „Liebe die Stare“ (Frank Verlag, Berlin) die unmittelbare Gegenwart, transferiert in eine hoch komprimierte Erzählsprache. Darin manifestiert sich dann doch wieder der große Lyriker, der er ist.

1970 in der Oberlausitz geboren, aufgewachsen in Ost-Berlin. Lebte einige Zeit in Augsburg, jetzt wieder in Berlin. Von 1991 bis 2001 verschiedene Jobs in der Baubranche. Seit 2002 freier Autor, Herausgeber und Übersetzer.
Herausgeber der Anthologie: alles außer Tiernahrung – Neue Politische Gedichte. Rotbuch, 2009. Mitherausgeber der Kneipenbuchreihe im Berliner Taschenbuch Verlag.

Einzelpublikationen (Auswahl):
Die Verlegung der Stolpersteine. Gedichte, Hanser Berlin im Carl Hanser Verlag, Berlin 2017, ISBN 978-3-446-25468-8
Das Wunder von Sadagora. Eine Polnisch-Ukrainische Reise. Edition Azur. Dresden, 2016.
Lichtveränderung, Gedichte, Hanser Berlin im Carl Hanser Verlag, Berlin 2015
Wir sind jetzt hier. Neue Wanderungen durch die Mark Brandenburg, zusammen mit Björn Kuhligk, Hanser Berlin, Berlin 2014
Volcano de Colima und andere Gedichte. Mit Farbholzschnitten von Peter Fetthauer. Privatdruck, Hamburg 2014
Pariser Gärten und andere Gedichte. Kurt Tucholsky Literaturmuseum Schloss Rheinsberg [= Rheinsberger Bogen 35], 2012
Innere Musik. Gedichte, Berlin Verlag, Berlin 2012
Liebe die Stare. Prosa. Verlagshaus J.Frank, Berlin 2011
Kanon vor dem Verschwinden, Gedichte, Berlin Verlag, Berlin 2009
Hundert Jahre Rütli. Gedichte, SuKuLTuR, Berlin 2007
Vergeuden, den Tag. Gedichte, kookbooks, Berlin 2006
Live in Rheindorf-Nord. CD, KRASH Neue Edition, Köln 2005
Wedding Vorfahrt. Prosa, SuKuLTuR, Berlin 2005
Abends im Lidl. Gedichte, KRASH Neue Edition, Köln 2004
Trauer über Tunis. Gedichte, parasitenpresse, Köln 2001
Städte, geräumt. Gedichte, Laufschrift Edition, Fürth 1997

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