CHRISTIANE BRANDT

Biographie


1954 geboren in Düsseldorf
1973 Abitur
1973–1980 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei den Professoren Wintersberger und Crummenauer
1980-2017 Lehrtätigkeit am Gymnasium in Düsseldorf, seitdem ausschließlich als Künstlerin tätig
2017 Arbeitsaufenthalt in Rom
2021 zweimonatiger Arbeitsaufenthalt in der City internationale des Arts in Paris
2023 einmonatiger Arbeitsaufenthalt in der Casa Bick (Stiftung Bick), Sant’ Abbondio Lago Maggiore

Ausstellungen (Einzel- oder Doppel) Auswahl:
1980 Galerie Ilverich, Meerbusch Ilverich, zusammen mit Axel Vater
2005 Galerie B.u. B. Wegener, Ratingen
2006 Galerie Konrad Mönter, Meerbusch
2009 Galerie Konrad Mönter, Meerbusch, zusammen mit Thomas Brandt
2011 Galerie Wegener, Ratingen, zusammen mit Enzo Loria
2018 Galerie Splettstößer, Kaarst, zusammen mit Irmel Droese
2019 Galerie Alte Weberei Titz/Rödingen, zusammen mit Annette Stöckler
2021 Galleria Arkè, Venedig
2022 Galerie Splettstößer, Kaarst, zusammen mit Ingrid Roscheck
2023 Kulturkirche Petzow, Bannerausstellung, im Garten der Diakonie in Düsseldorf

Gruppenausstellungen (Auswahl)
1981 Treppengalerie Krefeld, Gruppenausstellung
1981 Museum Kranenburg, Gruppenausstellung der Klasse Crummenauer
1982 Galerie Ilverich
2010 Galerie Splettstößer, Kaarst, ‚Portable Portland‘
2021 Teilnahme an der 3. Kunsttriennale Venedig, 50. Jubiläum der ACIT (Associazione culturale Italo-Tedesca), Goethe Institut Venedig
2022 Mitgliederausstellungen des VdDK


Ausstellungen Galerie amschatzhaus

Werke


Ausstellung 2024: Poetische Balancen
Ausstellungsdauer 24.02. – 20.04.24

Die Galerie amschatzhaus in Neuss-Holzheim zeigt Arbeiten der Düsseldorfer Künstlerin Christiane Brandt. Unter dem Ausstellungstitel „Poetische Balancen“ lädt sie in ihre ungewöhnlichen Bildwelten ein, die wie akribisch inszenierte Traumlandschaften erscheinen. Die narrative Funktion von Brandts Arbeiten, verbunden mit ihrem großzügigen Gestus und einem beeindruckenden Farbspiel, demonstriert Kontrolle und Improvisation zugleich. Die Kombination von unzähligen Farb- und Tonwerten, die Brandt mit stark verdichteter Aquarelltechnik und Temperafarben kombiniert, unterstreichen das Theaterhafte ihrer Bilderbühnen. „Ich bin eine Beobachterin. Ich suche nach Motiven und Motivkomplexen in meiner Umgebung, trage sie mit mir und versuche sie später in einem Bild zu verdichten. Ich möchte das Gesehene zu Gefäßen meinen Erlebens machen“, so beschreibt Christiane Brandt, die an der Kunstakademie Düsseldorf bei den Professoren Wintersberger und Crummenauer studiert hat, ihren Schaffensprozess.

Mit der Verschmelzung zwischen den Dingen der Außenwelt und dem inneren Erleben ziehen ihre Bilder in den Bann. Perspektiven verschieben sich. Menschen begegnen sich einander oder entfernen sich, sie haben Ziele oder sie suchen Lösungen, sie arbeiten an etwas oder betrachten Zustände. Sie fangen etwas ein oder sind gefangen in einer Situation. Ein um das andere Mal scheint man sich selbst zu begegnen in den oft surrealen Motiven der Künstlerin. Einsamkeit, Verlorenheit, Angst und Außenseitertum sind ebenso präsent wie Schönheit, Zartheit, Liebe, Vertrauen, Glück und Zuversicht.

Oftmals erscheint es, als würden Christiane Brandt’s Protagonist*innen in einem Standbild überraschend eingefangen werden mit verblüffenden Körperhaltungen oder Settings. Eine Frau, komplett in Rot gekleidet, hängt gebeugt über einer Gerüststange, die Arme und Beine in einem Becken mit grüner Flüssigkeit, um die Gliedmaßen herum schillernde Wasserringe. Ist es eingefrorene Bewegung oder bewegte Statik? Das fragt man sich auch beim Betrachten eines Mannes, der gebeugten Hauptes auf seinen Schultern ein großes Schaf durch einen imaginären Wald trägt, oder auch bei der rätselhaften Dame, deren Blick verklärt und durch Bäume in die Ferne schaut. Ein Vogel hat sich lächelnd, so wirkt es, auf ihrem Kopf niedergelassen, um sie beim Nachdenken zu begleiten.

Überhaupt erzeugen alle Bildwelten Christiane Brandts eine vertrauensvolle Atmosphäre. Vor allem über Zuneigung scheinen Personen, Tiere, Natur und Architektur miteinander verbunden zu sein, mit Selbstverständlichkeit zueinander gefunden zu haben. Muster, Ornamente und üppige Farbspiele unterstreichen diesen Eindruck und laden die Betrachter*innen dazu ein, sich diesen „poetischen Balancen“ hinzugeben, deren feine Resonanzen zu spüren und die Intimität der Malerei Christiane Brandts zu erleben.